Windpocken – Symptome, Behandlung und Ursachen

Junge mit Windpocken am Körper

Synonyme: Windpocken, Spitze Blattern, Wilde Blattern, Variazellen

Windpocken sind eine der häufigsten Kinderkrankheiten. Es handelt es sich um eine hochansteckende Viruserkrankung. Typisch ist ein Hautausschlag am ganzen Körper, begleitet von einem starken Juckreiz. Die Krankheit heilt im Normalfall nach 5 – 10 Tagen von alleine wieder ab. In vereinzelten Fällen kann im Erwachsenenalter die Folgekrankheit Gürtelrose auftreten, die auch mit grösseren Komplikationen verbunden sein kann.

Inhaltsverzeichnis

  1. Symptome
  2. Behandlung
  3. Verlauf
  4. Ursachen
  5. Komplikationen
  6. Vorbeugen

Symptome

Die Symptome von Windpocken ähneln denen einer Erkältung oder einer Grippe. Typisch für die Krankheit sind eine erhöhte Körpertemperatur, Fieber, ein generelles Krankheitsgefühl und Müdigkeit. Markant dabei ist ein stark juckender, rötlicher Hautausschlag, der sich vor allem am Rumpf und im Gesicht ausbreitet. Anfangs enstehen kleine rote Flecken, diese verwandeln sich dann in mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die dann aufbrechen und verkrusten. Sobald das letzte Bläschen verkrustet und ausgetrocknet ist und keine neuen Bläschen mehr hervorkommen, besteht keine Ansteckungsgefahr mehr. Die Krankheit ist im Normalfall nach ca. 5 – 10 Tagen überstanden. Die Heilung läuft bei Kindern meist ohne Komplikationen und ohne Folgeschäden ab. Der Erreger verbleibt jedoch im Körper und kann Jahre später ein Auslöser für Gürtelrose als Folgekrankheit sein.

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Behandlung

Weil Windpocken normalerweise von alleine und ohne Komplikationen abheilen, werden oft nur die Symptome behandelt. Gegen den Juckreiz werden kühle Kompressen oder juckreizstillende Medikamente eingesetzt. Es empfiehlt sich ausserdem die Nägel kurz zu schneiden, damit das betroffene Kind die juckenden Entzündungen nicht aufkratzt, womit Bakterien in die Wunden gelangen könnten.

Gegen den Juckreiz helfen feuchte und kühle Kompressen. Diese können in einer austrocknenden oder hautberuhigenden Lösung getränkt sein. Speziell Lösungen auf Zinkbasis wie Tannosynt® Lotio und Tannolact® Lotio sind hierfür gut geeignet. Diese Zinkoxid-Schüttelmixturen mit 1% synthetischem Gerbstoff wirken entzündungshemmend, juckreizlindernd und austrocknend. Da sie grundsätzlich sehr gut verträglich sind, können sie auch bei Kleinkindern, sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit eingesetzt werden. Ebenfalls unterstützend wirken Antihistamine wie z.B. Fenistil® Tropfen. Diese wirken juckreizlindernd und erleichtern den Kindern das Einschlafen am Abend.

Bei stark ausgeprägten Windpocken lässt sich der Juckreiz in manchem Fällen trotz dieser Medikamente nicht immer ausreichend lindern. Es ist aber unbedingt darauf zu achten, dass Kratzen so gut wie möglich vermieden wird. Ansonsten können Bakterien in die Wunden gelangen oder sogar Narben zurückbleiben.

Achtung: Medikamente mit Acetylsalicylsäure (ASS) dürfen Kindern nicht gegeben werden, da diese das seltene aber lebensgefährliche Reye-Syndrom auslösen können!

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Verlauf

Nach der Ansteckung dauert es etwas zwei Wochen bis die Windpocken ausbrechen. Man spricht hierbei von der Inkubationszeit, das Kind ist jedoch jetzt bereits schon ansteckend und es sollte nicht mehr in die Schule oder den Kindergarten geschickt werden. Dann bilden sich innerhalb eines Tages die ersten roten Flecken und der Juckreiz setzt ein. Aus den Flecken werden kleine gerötete und mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen. Diese brechen nach und nach auf und verkrusten langsam. Die Krankheit ist in der Regel nach ca. 5 – 10 Tagen überstanden und heilt normalerweise von selbst ohne Komplikationen und ohne Folgeschäden ab. Sobald alle Pocken verkrustet und ausgetrocknet sind, kann das Kind wieder in die Schule gehen. Es hat jetzt Antikörper gebildet und ist für den Rest des Leben immun. Der Erreger verbleibt jedoch im Körper, weshalb in vereinzelten Fällen im Erwachsenenalter eine Gürtelrose als Folgekrankheit enstehen kann.

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Ursachen

Windpocken sind eine virale Infektionskrankheit, die durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) ausgelöst werden. Dieses verbreitet sich durch die Luft, quasi “durch den Wind”. Daher stammt auch der Namen der Krankheit. Infizieren kann man sich durch eine Tröpfcheninfektion. Diese ensteht beim Ausatmen und somit dem Übertragen der Viren über die Luft. Oder durch eine Schmierinfektion, indem man direkten Hautkontakt mit der Bläschenflüssigkeit oder den Krusten hat. Wer mit dem Varizella-Zoster-Virus schon mal erkrankt war, ist in der Regel ein Leben lang immun und muss sich keine Sorgen über eine erneute Erkrankung machen. Weil der Erreger allerdings im Körper verbleibt, kann dieser Jahre später Auslöser für eine Gürtelrose sein.

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Komplikationen

Bei Kindern ist normalerweise nicht mit Komplikationen zu rechnen, da die Windpocken selbständig und ohne Folgeschäden innert 5 – 10 Tagen wieder abheilen.

Erwachsene können allerdings als Folgekrankheit Gürtelrose erhalten, da die Erreger im Körper bleiben und Jahre später wieder erwachen können. In vereinzelten Fällen können grössere Komplikationen auftreten. Einem höheren Risiko ausgesetzt sind vor allem schwangere Frauen, Neugeborene, Menschen aus südländischen Regionen, sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Diese sollten verstärkt auf Anzeichen folgender Komplikationen achten:

  • Infektion mit Bakterien
    Eine der häufigsten Komplikationen ist, dass Bakterien in die Wunden eindringen und eitrige Entzündungen bis hin zu Abszessen auslösen, die unter Narbenbildung abheilen können. Kratzen sollte unbedingt vermieden werden. Abhilfe schaffen kurze Fingernägel und juckreizmindernde Präparate.
  • Lungenentzündung
    Vor allem schwangere Frauen, die an Windpocken erkranken sind für eine Lungenentzündung gefährdet. Es handelt sich hierbei um eine Varizellenpneumonie und bei erschwerter Atmung oder Auswurf sollte schnellst möglich ein Arzt aufgesucht werden. Bei Schwangeren besteht ausserdem das Risiko einer Übertragung auf das Kind.
  • Hirnhautentzündung
    In seltenen Fällen kann es zu einer Reizung der Hirnhaut kommen, die Koordinationsstörungen verursachen kann. Diese Komplikation verläuft in der Regel gutartig, sodass nicht mit bleibenden Schäden gerechnet werden muss. In sehr seltenen Fällen kann eine Hirnhautentzündung oder das lebensbedrohliche Reye-Syndrom auftreten. Symptomen wie Bewusstseinsstörungen, hohes Fieber, Erbrechen oder Schmerzen bei bestimmten Kopfbewegungen können auf eine solche neurologische Komplikation hinweisen.

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Vorbeugen

An Windpocken erkrankte Kinder sollten auf jeden Fall zuhause bleiben und nicht in die Schule oder den Kindergarten geschickt werden. Denn die Krankheit ist hochansteckend und die Erreger verbreiten sich durch die Luft und steckend so weitere Kinder an. Erst wenn nach ca. 5 – 10 Tagen alle Bläschen verkrustet und ausgetrocknet sind, ist die Krankheit nicht mehr ansteckend. Kinder und Erwachsene die bereits schon an Windpocken erkrankt waren, sind im Normalfall immun gegen den Erreger und können daher problemlos mit erkrankten Menschen Kontakt haben.

Eine Impfung empfiehlt sich vor allem für Jugendliche und Erwachsene, die noch nicht an Windpocken erkrankt sind. Die Impfung schützt vor dem Varizella-Zoster-Virus (VZV) und beugt dadurch schwere Komplikationen wie eine Lungen- oder Hirnhautentzündung vor. Gerade schwangere Frauen, Neugeborene und Personen mit geschwächtem Immunsystem sind einem erhöhten Risiko für schwere Komplikationen ausgesetzt.

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