Windpocken Impfung

Die Windpocken Impfung schützt vor dem Varizella-Zoster-Virus (VZV) und beugt dadurch schwere Komplikationen wie eine Lungen- oder Hirnhautentzündung vor. Gerade schwangere Frauen, Neugeborene und Personen mit geschwächtem Immunsystem sind einem erhöhten Risiko für schwere Komplikationen ausgesetzt.

Wann ist eine Impfung sinnvoll?

Auch wenn Windpocken in den meisten Fällen harmlos verlaufen kann eine präventive Impfung unter Umständen dennoch sinnvoll sein. Jede Erkrankung birgt das Risiko von schweren Komplikationen. Vor allem schwangere Frauen, Neugeborene, Personen mit geschwächtem Immunsystem oder Personen aus südlichen Ländern zählen zu der Risikogruppe an schweren Verläufen zu leiden. Bekannt sind Infizierungen der Wunden mit Bakterien, Lungenentzündungen, bis hin zu Hirnhautentzündungen. Folgenden Jungendlichen und Erwachsenen wird eine Impfung empfohlen, sofern noch nicht geimpft worden und noch nicht an Windpocken erkrankt sind:

  • Kinder im Alter von 9 – 17 Jahren
    die noch nicht geimpft wurden und noch nicht an Windpocken erkrankt sind.
  • Frauen mit Kinderwunsch
    bei denen der Arzt keine Antikörper gegen Windpocken im Blut nachweisen konnte.
  • Abwehrsystem schwächende Therapien
    Patienten, die eine Therapie mit schwächenden Auswirkungen auf das körpereigene Abwehrsystem beginnen oder die Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten beabsichtigen.
  • Patienten mit Organtransplantation
    Patienten, die eine Organtransplantation planen.
  • Berufsgruppen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko
    Berufsgruppen, die in Ihrem Umfeld einem grösseren Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind wie z.B. medizinisches Personal oder Lehrer der Vorschule.

Wie läuft die Impfung ab?

Der Windpocken-Impfstoff enthält den Erreger in abgeschwächter Form, sodass er die Krankheit nicht mehr auslösen aber das Immunsystem trotzdem anregen kann. Der Körper bildet dadurch Abwehrstoffe bildet eine Immunität. Für eine dauerhaft Immunität sind zwei Impfung notwendig:

  1. Im Alter zwischen 11 und 14 Monaten wird die erste Impfung gegeben. Dies wird meist mit einer Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln kombiniert, die sogenannte MMR-Impfung.
  2. Im Alter zwischen 15 – 23 Monaten erfolgt die zweite Impfung. Es sollten allerdings mindestens 4 – 6 Monate seit der letzen Impfung vergangen sein.

Bei Personen, die eine unvollständige Grundimmunisierung haben, das heisst Personen die nur eine der beiden Impfungen hinter sich haben, kann es ausreichen, die fehlende Impfung nachträglich zu ergänzen.

Hat die Impfung Nebenwirkungen?

Die Windpocken-Impfung läuft im Normalfall problemlos ab. Vorübergehende, kleinere Reaktionen wie z.B. Hautrötungen, Schwellungen oder Schmerzen im Bereich der Einstichstelle sind jedoch möglich. In vereinzelten Fällen reagieren geimpfte Personen nach ca. 1 – 4 Wochen mit abgeschwächten Windpocken Symptomen in Form von leichtem Fieber und einem schwachen, roten Hautausschlag. Allergische Reaktionen treten nur sehr selten auf.

Impfen nach einer Ansteckung

Auch nach einer Ansteckung mit Windpocken ist eine Impfung, die den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflusst, noch möglich. Diese muss allerdings innerhalb von 5 Tagen nach der Ansteckung oder spätestens 3 Tage nach Ausbruch des Hautausschlages verabreicht werden. Es handelt sich hierbei um die sogenannte aktive Impfung, da diese eine abgeschwächte Form des Erregers enthält und damit das Abwehrsystem aktiv zum Bilden von Antikörpern anregt.

Die passive Impfung auf der anderen Seite enthält direkt fixfertige Antikörper gegen das Varizella-Zoster-Virus (VZV). Sie sollte jedoch innerhalb von 3 bis spätestens 10 Tagen nach dem Kontakt mit infizierten Personen verabreicht werden. Sie eignet sich auch für Neugeborene.

Achtung: Schwangeren Frauen darf keine aktive Impfung verabreicht werden, da diese den Erreger enthalten, der dann wiederum auf das ungeborene Kind übertragen werden kann. Nach einem Kontakt mit infizierten Personen darf daher nur die passive Impfung eingesetzt werden.